Dienstag, 23. April 2019
Horch, 43 Jahre alt, hat eine jahrzehntlange Drogenkarriere mit vielen Auf und noch mehr Abs hinter sich. Seit etwa einem Jahr ist er nach einer harten Entziehungskur clean. Das heißt er lebt ohne Drogen, steht gesundheitlich wieder gut auf den Beinen und möchte bald seinen Führerschein noch einmal machen, den er vor einigen Jahren verloren hat. Zuvor war „der Ex-Drogi“, wie er sich salopp selbst manchmal bezeichnet, schon einmal über eine Agh-Maßnahme (Arbeitsgelegenheit) beim Werkhof beschäftigt, allerdings ohne Aussicht auf einen längeren, tarifgerecht entlohnten Job.
Eine Operation am Rückgrad habe dazu geführt, dass Bezold mit Ende 40 ohne Arbeit, eigenes Einkommen und mit Null-Aussicht dagestanden ist. Die gelernte Hauswirtschafterin, Altenpflege- und Krankenschwesterhelferin stand als Alleinerziehende immer auf eigenen Beinen, bis ihr eine längere Krankheit ein Bein stellte. In der neuen Förderung sieht sie „die letzte Hoffnung für mich“ doch noch einmal am Arbeitsmarkt Fuß zu fassen und sich mit ihren Fähigkeiten integrieren zu können. Auch Bezold kannte bereits den Werkhof über eine Agh-Maßnahme, bei der sie aus alten Jeans Umhängetaschen genäht hat. Sie habe „einen Draht zum Werkhof“ und liebt die Arbeit, die sie jetzt macht „weil ich von den Kunden soviel zurück bekomme“.